Social Trading: Die moderne Alternative zum Casino

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Eine schöne neue Welt tut sich auf: Social Trading. Plattformen wie Ayondo, eToro und Wikifolio werben um die Wette und die Gunst verunsicherter Anleger. Diese suchen händeringend nach Alternativen, um Ersparnisse weit weg von Niedrigzinsen zu investieren. Warum Social Trading enger Verwandter des Glücksspiels ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Social Trading: Die moderne Alternative zum CasinoAuch Sie können Investment-Guru werden!

Eines macht Social Trading in besonderem Maße sympathisch: Hier werden keine hauseigenen Produkte von Sparkassen und Banken beworben. Hier sitzen Gurus und selbsternannte Experten, denen Hunderte bis Tausende gespannt folgen.

Sie erarbeiten ausgefeilte Anlagestrategien von Aktien bis Zero-Bonds, auch hochspekulative Derivate sind gern gesehen. Hohe zweistellige Renditen sorgen für die nötige Aufmerksamkeit unter den Otto-Normal-Anlegern, die sich nun mit ihren Ersparnissen in die Hände von Gurus und Experten begeben. Ausgang ungewiss!

Doch wer sind eigentlich diese Gurus und Experten? Wer auf Namen wie Buffett, Soros und Icahn hofft, wird schnell eines Besseren belehrt. Die Stars des Social Trading heißen Meyer, Müller und Schmidt. Auch eine grundständige Ausbildung, wie Sie beispielsweise bei der gewerbsmäßigen Anlageberatung gesetzlich vorgeschrieben ist, sucht man beim Social Trading vielfach vergebens. Aufsichtsbehörden sehen dennoch keinen Grund zum Handeln, schließlich findet auf den Plattformen keine Anlageberatung als solches statt und Betreiber, Gurus und Experten werden von jedweder Beraterhaftung freigestellt.

Derviate sorgen für den nötigen Klick!

Die meisten Anleger können die Strategien der Gurus und Experten ebenso wenig bewerten, wie die zur Umsetzung verwendeten Wertpapiere. Hier spielen insbesondere Derivate eine wesentliche Rolle. Mit Hilfe von Derivaten ist es möglich, eine Entwicklung zu hebeln. Problematisch ist, dass dieser Hebel in zwei Richtungen funktioniert. So stehen hohe Renditen in Aussicht, wenn die Spekulation funktioniert – und ebenso enorme Verluste, wenn es schief gelaufen ist.

Wer als Guru oder Experte zahlreiche Anleger für Social Trading begeistert, hat Chancen auf einen attraktiven Nebenverdienst. Provisionssysteme der Plattformen sollen alle Seiten bei der Stange halten. Um jedoch etwas vom Kuchen abzubekommen, müssen Gurus und Experten in einer der Ranglisten erscheinen. Um hier an exponierter Stelle zu erscheinen, müssen Renditen im hohen zweistelligen Bereich her. Dieser Umstand befeuert die Arbeit mit hochspekulativen Wertpapieren zusätzlich.

Traurige Tatsache – am bitteren Ende wird der Anleger mit seinen Verlusten und den Folgen allein gelassen.

Die moderne Alternative zum Casino.

Social Trading sollte als eine Art Protestwahl betrachtet werden. Das Zinsniveau rangiert auf ähnlich niedrigem Niveau wie das Vertrauen in Sparkassen und Banken. In dieser Situation ist diese Alternative für Anleger mehr als willkommen.

Stellt sich die Frage, für wen Social Trading wirklich eine adäquate Alternative darstellt. Eine uneingeschränkte Empfehlung kann nur demjenigen ausgesprochen werden, der weder auf den Erfolg noch auf das eingesetzte Kapital angewiesen ist. Social Trading ist damit am ehesten eine Empfehlung als Alternative zum Besuch eines Casinos.

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