Sparen für Enkel und Kinder – so geht’s

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Man möchte seinen Enkeln und Kindern einen möglichst guten Start ermöglichen. Ein Führerschein, das erste Auto oder aber ein Studium gehören zu diesem guten Start dazu. Doch mit diesen Zielen stehen auch hohe Kosten im Raum. Um diese Kosten finanzieren zu können, beginnen viele Großeltern und Eltern bereits frühzeitig zu sparen. Aber nicht immer profitieren ausschließlich Enkel und Kinder! Erfahren Sie, welche Kostenfallen auf Sie lauern und wie man optimal spart.

Sparen für Enkel und Kinder - so geht'sDurchschnittlich werden 1.300 EUR für einen Führerschein fällig

Mobilität ist ein Muss. Das eigene Auto, mindestens jedoch der Führerschein gehören zur Grundausstattung. Wer heute in den Besitz einer Fahrerlaubnis kommen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Im Durchschnitt schlägt ein Führerschein der Klasse B mit 1.300 EUR zu Buche.

Die Kosten eines Führerscheins werden jedoch um Längen von denen eines Studiums geschlagen. Insbesondere wenn die favorisierte Universität einen Umzug mit sich bringt, können spielend 10.000 EUR an Miet-,Neben- und Lebenshaltsungskosten pro Jahr entstehen.

Hier geht es zum Lebenshaltungskostenrechner von ZEIT Campus

Wichtige Fragen, die es im Vorfeld zu geklärt gilt

Bevor ein Vertrag unterschrieben oder ein Sparplan begonnen wird, sollten man sich ein paar wichtige Fragen beantworten:

  • Auf wessen Namen soll der Vertrag bzw. Sparplan abgeschlossen werden?
    Sowohl Verträge als auch Sparpläne können wahlweise auf den Namen der Großeltern, Eltern oder aber der Enkel bzw. Kinder abgeschlossen werden. Die Beantwortung der Frage ist von drei Faktoren abhängig:

    • Verfügungsgewalt
      Wird der Vertrag oder Sparplan auf den Namen des Sparers abgeschlossen, behält dieser die Verfügungsgewalt. Bei einem Abschluss auf den Namen von Eltern geht die Verfügungsgewalt auf ein bzw. beide Elternteile über. Bei einem Abschluss auf den Namen des Enkels bzw. Kindes liegt bis zur Volljährigkeit die Verfügungsgewalt bei den Eltern. Ab Erreichen der Volljährigkeit geht diese dann an den Enkel bzw. das Kinder über.
    • Steuern
      Verträge und Sparpläne erzeugen Zinsen bzw. Renditen. Diese sind steuerpflichtig und werden demjenigen zugerechnet, auf dessen Namen der Vertrag oder Sparplan abgeschlossen wurde. Vor dem Abschluss empfiehlt sich daher ein Blick auf die steuerliche Situation. Ausgeschöpfte Sparerfreibeträge (aktuell: 801,- EUR / Alleinstehende | 1.602,- EUR / Ehepaare) sollten in die Entscheidung einfließen, auf welchen Namen der Vertrag oder Sparplan abgeschlossen wird.
    • Anrechenbarkeit
      Der Rückkaufswert eines Vertrags und das Guthaben eines Sparplans wird demjenigen angerechnet, auf dessen Namen der Vertrag bzw. Sparplan abgeschlossen wurde. Verstirbt derjenige während der Laufzeit, sind Rückkaufswert und Guthaben Teil der Erbmasse. Eine Anpassung des Testaments ist daher notwendig, um das Geld Enkeln und Kindern zukommen zu lassen. Doch auch bei der Berechnung von Sozialleistungen und BAföG können Rückkaufswerte und Guthaben eine entscheidende Rolle spielen.
  • Für welches Ziel soll gespart werden?
    Es macht einen Unterschied, ob man einen bestimmten Betrag für Enkel oder Kinder sparen möchte oder ein konkretes Ziel im Auge hat. Möchte man beispielsweise für den Führerschein, das erste Auto oder ein Studium sparen, sollte dieses Ziel nicht durch Verluste zwischenzeitlich gefährdet werden können.
  • Wie flexibel soll der Vertrag bzw. Sparplan sein?
    Nicht immer möchten Großeltern und Eltern sich für einen festen monatlichen Betrag und eine feste Laufzeit entscheiden. Nicht jeder Vertrag bzw. Sparplan bietet jedoch die Möglichkeit, die Besparung und Laufzeit flexibel anpassen zu können. Vor dem Abschluss sollte man die Anforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Flexibilität, genau definieren.

Zwei Wege führen zum Ziel

Viele Wege führen nach Rom. Diese Redewendung ist, was es Großeltern und Eltern leicht macht, nicht immer übertragbar. Möchte man für Enkel und Kinder sparen, buhlen seit jeher zwei Wege um das Geld von Großeltern und Eltern.

  • Kapitalbildende Versicherungen (Ausbildungsversicherung)
  • Klassisches Sparen

Mit einer kapitalbildenden Versicherung, oft auch als Ausbildungsversicherung bezeichnet, kombinieren Großeltern und Eltern zweierlei. Ein Teil des Beitrags wird gespart, der andere Teil finanziert Versicherungsleistungen.

In dieser Kombination entstehen jedoch hohe Kosten! Großeltern und Eltern sind gut beraten, im Sinne ihrer Enkel und Kinder auf kapitalbildende Versicherungen bzw. Ausbildungsversicherungen zu verzichten.

Möchte man sich dennoch gegen den Todesfall des Sparers bzw. andere Risiken versichern, sollte dies getrennt zum Sparen stattfinden.

Mein Tipp: Hohe Kosten sind eines von vielen Argumenten gegen kapitalbildende Versicherungen bzw. Ausbildungsversicherungen. Dieses Argument allein wiegt jedoch schwer genug, um von diesen Angeboten abzuraten. Dennoch ist es in vielen Fällen sinnvoll, einen Todesfallschutz oder eine Kinderinvaliditätsversicherung abzuschließen.

Wesentlich attraktiver stellt es sich dar, neben sinnvollen Versicherungsleistungen alleinstehend zu sparen. Auf diese Weise können die attraktivsten Versicherungsleistungen mit den attraktivsten Sparplänen kombiniert werden.

Anbieten tun sich:

  • Tagesgeld
    Das Tagesgeld ist der moderne Nachfolger des Sparbuchs. Insbesondere die Flexibilität macht das Tagesgeld sehr attraktiv, möchte man für Enkel und Kinder sparen. Ein weiterer Vorteil des Tagesgeld ist, dass auch mehrere Personen (Bsp.: Großeltern, Eltern und Paten) ein und dasselbe Tagesgeld besparen können. Hierzu muss lediglich mit Hilfe einer Überweisung oder eines Dauerauftrags auf das Tagesgeld überwiesen werden. Auch verlangt einem das Tagesgeld keine regelmäßige oder konstante Besparung ab. In puncto Sicherheit genießen Anleger mit Tagesgeld und Festgeld höchstmöglichen Schutz. Weiterhin verlangt ein seriöses Tagesgeld keinerlei Kosten oder Gebühren.

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  • Festgeld
    Hat sich auf einem Tagesgeld ein größerer Betrag angespart, kann dieser im Hinblick auf höhere Zinsen in einem Festgeld angelegt werden. Das Festgeld kann über unterschiedliche Laufzeiten abgeschlossen werden und bietet gegenüber dem Tagesgeld eine noch attraktivere Verzinsung. Für das Festgeld gelten identisch hohe Sicherheitskriterien wie beim Tagesgeld. Auch ein seriöses Festgeld verlangt keinerlei Kosten oder Gebühren.

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  • Wertpapiere
    Wer Bereitschaft zeigt, sich um die Ersparnisse von Enkeln und Kindern zu kümmern sowie ein gewisses Risiko zu tragen, darf auch Wertpapiere im Blick haben. Großeltern und Eltern sollten jedoch im Hinterkopf behalten, dass auch lange Laufzeiten kein adäquater Schutz gegen die Risiken von Wertpapieren sind. Anleihen, Indexfonds (ETF) und Aktien sind insbesondere im Hinblick auf Kosten, Transparenz und Effizienz in die engere Wahl zu ziehen. Wird jedoch auf ein konkretes Ziel, beispielsweise den Führerschein, das erste Auto oder ein Studium hingespart, sollten diese Ziele nie durch die Risiken von Wertpapieren in Gefahr gebracht werden.

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