US-Zinsentscheid: Die Auswirkungen für die EU

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Steigende Zinsen muten derzeit wie das sagenumwobene „karierte Maiglöckchen“ an. Die US-amerikanische Notenbank, das Pendant zur Europäischen Zentralbank, hat nun womöglich die Zinswende eingeläutet. Am vergangenen Mittwoch brachte der jüngste Zinsentscheid eine Anhebung um 0,25 % hervor. Doch was bedeutet dieser Zinsschritt für Europa und die Verbraucher?

US-Zinsentscheid: Die Auswirkungen für die EU

Börsen bejubeln die Entscheidung

Der Dow Jones schloss mit einem kräftigen Plus von 1,3 %, gefolgt vom japanischen Nikkei mit 1,6 %. Doch auch die europäischen Börsen reagierten euphorisch, der DAX raste bereits ab Handelsbeginn in Richtung 11.000 Punkte.

Verkehrte Welt, mag der eine oder andere denken, hat ein solcher Zinsentscheid in der Vergangenheit doch eher für fallende Kurse gesorgt.

Doch die Bedeutung hinter diesem Zinsschritt war der entscheidende Faktor. Denn scheinbar hält die FED, wie die US-amerikanische Notenbank gern abgekürzt wird, große Stücke auf die heimische Wirtschaft – und das gefällt bekanntermaßen den Anlegern.

Es ist jedoch fraglich, ob dies das Umfeld für die ersten Gehversuche mit Wertpapieren sein sollte. Unternehmen blicken weiterhin mit Sorge in Richtung China und auch die Sorgen um globales Wirtschaftswachstum sind nicht verschwunden. Wer sich von den momentanen Entwicklungen mitreißen lässt, kann daher ein böses Erwachen erleben.

Der Euro gerät weiter unter Druck

Auch wer seinen Urlaub in den USA plant, kann von unruhigem Schlaf geplagt sein. Die Druckerpresse der Europäischen Zentralbank läuft weiterhin auf Hochtouren, was den Euro bereits massiv gegenüber dem US-Dollar geschwächt hat. Was zahlreichen Unternehmen helfen soll, lässt Reisen außerhalb der Euro-Zone spürbar teurer werden.

Durch den Zinsentscheid der US-amerikanischen Notenbank wird sich dieser Effekt tendenziell weiter verstärken.

Dieser Faktor kann jedoch auch im Inland zuschlagen. Berühmtestes Beispiel hierfür ist der Ölpreis. Da dieser traditionell vom US-Dollar abhängig ist, könnten sich Benzin, Diesel und Heizöl verteuern.

Tages- und Festgeld in der Warteschleife

Erste erwarten nun positive Auswirkungen auf die Zinsen von Tagesgeld und Festgeld. Doch auch hier droht vorerst eine Enttäuschung, da der Zinsentscheid der FED keine direkten Folgen für hiesige festverzinste Anlagen hat.

Doch je mehr Geld den Weg von Europa in die USA sucht, desto stärker wird der Druck auf die Europäische Zentralbank. In Kombination mit einem stetig schwächer werdenden Euro könnte dies auch zu einem Umdenken in Europa führen. Die Frage wird daher sein, wie lange die Europäische Zentralbank der US-amerikanischen Entwicklung trotzen kann.

Kurzfristig sollten Freude von Tages- und Festgeld allerdings nicht mit signifikanten Zinsanhebungen rechnen. Den spürbarsten Zinsanstieg erzielt weiterhin derjenige, der sein Geld von niedrigverzinste auf attraktive Angebote umschichtet.

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