Verbot: Verkaufsstop für Bonitätsanleihen

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Banken und Sparkassen bieten ihren Kunden immer neue Geldanlagen an. Im Umfeld niedrigster Zinsen ist jedoch Fantasie gefragt, um Verbraucher samt ihrer Ersparnisse zu überzeugen. Sogenannte Bonitätsanleihen sollten dieses Ziel erreichen. Die oberste deutsche Finanzaufsicht möchte den Verkauf dieser Produkte nun jedoch verbieten.

Verbot: Verkaufsstop für Bonitätsanleihen
Das Risiko sogenannter Bonitätsanleihen könnte nun erstmals zu einem Verkaufsverbot führen.

Unkalkulierbare und erhebliche Risiken

Attraktive Anlageprodukte scheinen mehr und mehr zur Mangelware zu werden. Insbesondere konservatives Tages- und Festgeld bietet Grund zur Sorge. Vor-Ort-Banken, zu denen beispielsweise Volksbanken und Sparkassen zählen, rangieren unlängst nahe des absoluten Nullpunkts.

Um die Wünsche der Kunden dennoch zu erfüllen, greift die Branche in ihre gut gefüllte Trickkiste. Versicherungsprodukte und Wertpapiere stehen mehr denn je im Fokus des Interesses. Insbesondere die Wertpapiersparte biete jede Menge Optionen, Angebote regelrecht zu kreieren. Auf diesem Weg sind auch Bonitätsanleihen entstanden. Sie zahlen im Regelfall, ähnlich einer Anleihe, eine fortlaufende Verzinsung. Ob und in welcher Höhe die fortlaufenden Zinsen fließen, und zu welchen Konditionen der Anlagebetrag zurückgezahlt wird, kann jedoch von den unterschiedlichsten Bedingungen abhängig gemacht werden. Die Beurteilung, ob und in welcher Form diese Bedingungen eintreten, liegt beim Verbraucher. Die Höhe der Zinsen und eventuellen Verluste fällt damit ebenso in dessen Kompetenzbereich.

Unlängst ist daher die Rede von einer Wette. Diese wird auf dem Rücken des Verbrauchers ausgetragen und macht Banken und Sparkassen zum bedingungslosen Gewinner. Diesen versprechen Bonitätsanleihen überdurchschnittliche Provisionen.

Grund genug, so die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin), laut über einen Verkaufsstop dieser Produkte zu diskutieren. Die Bankenlandschaft betrachtet diese Gedankenspiele bereits als groben Affront.

Vertrieb über Sparkassen

Laut der Süddeutschen Zeitung gehören die LBBW sowie die Deka zu denjenigen Platzhirschen am Markt, die den Großteil der Bonitätsanleihen stellen. Mit der Deka, der Fondstochter der Sparkassen, konnte die Bonitätsanleihe ihren zweifelhaften Siegeszug im Massenmarkt antreten.

Ob das Produkt künftig und weiterhin an Privatkunden verkauft werden darf, wird die BaFin voraussichtlich kurzfristig entscheiden. Ob diese Maßnahme rechtlich zu halten ist, wird jedoch voraussichtlich ein höchstrichterliches Urteil abschließend klären. Die Bankenlandschaft signalisiert bereits, diesen Schritt im Falle eines Verkaufsverbots einzuschlagen.

Verbraucher sollten sich bereits heute die Risiken dieser Produktklasse vor Augen führen. Sie müssen in der Lage sein, die eingegangene Wette bewerten und abwägen zu können. Ist dies der Fall, stellen sich Bonitätsanleihen jedoch als vergleichsweise unlukrative Anlageform gegenüber klassischen Wertpapieren dar.

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