Verhaltenstipps für Aktionäre von: VW, BMW und Co.

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Das Ansehen deutscher Automobilhersteller, allen voran VW, hat deutliche Risse bekommen. Ausgerechnet in den USA, dem Land überdimensionierter Pick Ups und bollernder V8-Motoren, werden VW vorsätzliche Abgasmanipulationen unterstellt. Bereits kurz darauf räumte der Wolfsburger Konzern die Vorwürfe ein, was die Aktie umgehend in Bewegung versetzte. Seither verbucht die Aktie einen Verlust in Höhe von über 30 % – auch andere Automobilwerte blieben nicht unberührt. Erfahren Sie, wie Aktionäre von VW, BMW und Co. sich nun verhalten sollten.

Verhaltenstipps für Aktionäre von: VW, BMW und Co.

Diese Strafen drohen VW

Die Entschuldigung von Martin Winterkorn wirkte zynisch, betrachtet man das Ausmaß der Abgasmanipulationen. Inzwischen weiß man, dass dies die letzte offizielle Amtshandlung von Martin Winterkorn war, bevor er am vergangenen Donnerstag von Matthias Müller abgelöst wurde. Doch auch diese Personalie sorgt bereits für Unmut, wünschten sich Branchenexperten doch einen externen Nachfolger anstelle eines konzerneigenen Zöglings.

Neben dem Imageverlust muss VW sich nun auf Strafzahlungen in Milliardenhöhe einstellen. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, hat VW bereits Rückstellungen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro gebildet. Mit dieser Summe möchte man die zu erwartenden Rückrufaktionen finanzieren.

Die mit dem Verstoß gegen den Clean Air Act, dem Umweltschutzgesetz der USA, verbundenen Strafzahlungen sind in diesem Betrag nicht enthalten. Erste Schätzungen beliefen sich auf zusätzliche 18 Milliarden Dollar (rund 16 Milliarden Euro). Eine Konkretisierung der Strafzahlungen hängt nun von den US-amerikanischen und europäischen Behörden ab.

Turbulente Zeiten für Automobil-Aktionäre

Es ist nicht das Jahr der großen deutschen Automobilwerte. Belastende Absatzzahlen in den Kernmärkten China und den USA scheinen jedoch erst der Anfang gewesen zu sein. Vorsätzliche Abgasmanipulationen, so sind sich Experten einig, könnten bald auch weitere Automobilwerte belasten. Wie Focus berichtet, überschreitet auch BMW mit ihrem X3 xDrive 20d deutlich die Messwerte der europäischen Norm. Es bleibt abzuwarten, welche Hersteller und Modelle noch folgen werden.

Erste wittern bereits günstige Einstiegskurse. Der Einstieg bei VW, BMW und Co. will jedoch wohlüberlegt sein. Der Skandal um die Abgasmanipulationen muss momentan noch mit einer Art Eisberg verglichen werden – der größte Teil des Skandals liegt bislang unter der Wasseroberfläche. Es bleibt daher noch abzuwarten, mit welchen Problemstellungen man sich zukünftig konfrontiert sieht. Diese Faktoren werden auch maßgeblichen Einfluss auf zukünftige Kurse nehmen.

Neben den finanziellen Belastungen durch Rückrufaktionen und Strafzahlungen darf auch der Imageverlust nicht außer Acht gelassen werden.

Verhaltenstipps für heutige und künftige Automobil-Aktionäre

Aktionäre, die auf Automobilwerte setzen, müssen sich auf turbulente Zeiten einstellen. Die kommenden Wochen und Monate werden über das wahre Ausmaß des Skandals um Abgasmanipulationen entscheiden.

Problematisch: Automobilwerte gelten als besonders anfällig für Skandale. Mit Bekanntwerden der Abgasmanipulationen durch VW setzte ein kollektiver Abwärtssog bei sämtlichen deutschen Automobilherstellern ein. Auf unabsehbare Zeit dürfte sich dieser Umstand deutlich verstärken! Starke Schwankungen können bereits durch Meldungen verursacht werden, die vor einigen Tagen noch unbeachtet geblieben wären.

Entscheidender und nachhaltiger Faktor bleibt jedoch, wie insbesondere die deutschen Automobilhersteller mit dem Imageverlust umgehen werden. Dieser Faktor bereitet, gerade bei einem emotionalen Produkt wie einem Auto, den Absatz vor.

In der momentanen Phase bleibt eine seriöse Beurteilung der zukünftigen Entwicklung unmöglich. Diese wird sich erst Stück für Stück herauskristallisieren. Damit bleiben zwei Richtungen offen: Kursgewinne und -verluste.

Ist Ihr Depot bereits mit Automobilwerten bestückt, sollten Sie diese absichern. Immer, wenn Zahlen, Daten und Fakten keinerlei Ausblick auf die künftige Entwicklung zulassen, bieten technische Hilfsmittel adäquaten Schutz. Solche technischen Hilfsmittel werden beispielsweise als Stop-Loss bezeichnet.

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Wer nun hofft, sich günstig mit unter Druck geratenen Automobilwerten eindecken zu können, der muss enttäuscht werden. Ob der Erwerb einer Aktie günstig oder teuer ist, basiert größtenteils auf exakt den Zahlen, Daten und Fakten, die momentan keinerlei Bewertung zulassen. Es bleibt daher abzuwarten, welche konkreten Problemstellungen auf die deutschen Automobilhersteller zukommen und wie diese bewältigt werden. Die Entwicklung der Absatzzahlen wird schlussendlich Auskunft darüber geben, ob der vom Automobilhersteller eingeschlagene Kurs auch vom Käufer angenommen wird.

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