Verluste: Nicht aussitzen sondern vermeiden

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Der Brexit hat zahlreiche Anleger eine Menge Geld gekostet. Zwar konnten sich die Börsen in den Folgetagen spürbar erholen, viele Depots bleiben dennoch in tiefes Rot getaucht. Auch wenn der Brexit mit einem gewissen Überraschungsmoment zuschlug, neigen Privatanleger generell dazu Verluste mitzunehmen und auszusitzen. Doch diese Strategie birgt erhebliches Risiko.

Verluste: Nicht aussitzen sondern vermeiden
Zeit ist Geld – Verluste auszusitzen kann Anleger sowohl das eine als auch das andere kosten.

Verluste drücken nachhaltig die Rendite

Wertpapiere erleben derzeit einen zweiten Frühling. Innerhalb des anhaltenden Niedrigzinsumfelds sind sie der Hort, der attraktivere Renditen zumindest in Aussicht stellen. Um Chancen und Risiken von Wertpapieren in Einklang zu bringen, sollten Anleger jedoch längerfristig auf ihre Ersparnisse verzichten können. So lautet zumindest die einhellige Meinung.

Praktisch werden Privatanleger jedoch seit Jahren zu vergleichsweise teuren Kursen an die Börsen dieser Welt geschickt. Auf diese Weise muss sich zumindest zeitweise auf erhebliche Verluste eingestellt werden.

Nachdem die Börsen ein Kursniveau als teuer erkannt haben, ist mit einer Abwärtsbewegung zu rechnen. Die Kurse sinken und der Einstieg in Aktien, Anleihen und Fonds wird billiger. Auf diese Weise entsteht für den einen oder anderen Anleger ein attraktiver Einstiegsmoment. Profitieren tut allerdings nur eine Kategorie von Anleger, denn während auf einer Seite von einem billigen Einstieg profitiert wird, ist die andere Seite mit Kursverlusten konfrontiert. Die unterstellte und stetige Aufwärtsbewegung der Börsen soll nun ihr übriges tun – und so Verluste in Gewinne verwandeln.

Privatanleger, die Verluste in Kauf nehmen um Gewinne zu machen, müssen oft mit mageren Renditen vorlieb nehmen.

Im Einkauf liegt der Gewinn

So sind Anleger gut beraten, sich an eine alte Kaufmannsregel zu erinnern. Diese besagt, dass im Einkauf der eigentliche Gewinn zu suchen ist. Für Investitionen in Wertpapiere gilt dies in gleichem Maße. Antrieb für eine solche Investition sollte daher weniger die gefühlte Alternativlosigkeit inmitten eines Niedrigzinsumfelds sein.

Unter Beweis stellt diese These unter anderem der DAX. Wer vor exakt zehn Jahren investierte, punktet heute mit einer Durchschnittsrendite von 5,34 %. Wurde die Anlage bereits fünf Jahre früher begonnen, rutscht die Rendite hingegen auf 3,09 % ab.

Das eine langfristig ausgerichtete Anlage in Wertpapieren dennoch ihre Schuldigkeit tut, belegen scheinbar zahllose Statistiken bestätigen. Denn wessen Anlagehorizont mehr als 20 Jahre beträgt, rangiert vielfach innerhalb eines Korridors von 6 % bis 7 %. Ein Blick auf einen historischen Chart des DAX veranschaulicht das Problem. Während der deutsche Leitindex bis Mitte der 1980er eine mehr oder weniger seitwärts verlaufende Kurve abbildet, konnte er sich in den folgenden Jahrzehnte mehrfach vervielfältigen. Bis zu Beginn dieser Hochzeiten wären Anleger regelmäßig durch ihre Investition enttäuscht worden. Eine Anlage zwischen 06/1971 und 06/1981 wäre beispielsweise für eine Rendite von lediglich 0,53 % gut gewesen. Sämtliche Gewinne, die langfristige Anlagen in Wertpapieren heute spannend erscheinen lassen, wurde samt und sondern in den Folgejahren erwirtschaftet. In dieser Zeit musste jedoch auch beobachtet werden, dass die internationalen Börsen mehr und mehr heftiger werdende Bewegungen zeigten.

So waren insbesondere Privatanleger regelmäßig mit teils erheblichen Verlusten konfrontiert, die etliche Jahre zur amortisation benötigten.

Verluste generell vermeiden

Privatanleger sollten Verluste daher so scheuen, wie es professionelle Investoren unlängst tun. Diese Vorgehensweise verkürzt die Zeit, bis aufgelaufene Verluste reerwirtschaftet wurden und Gewinne sich einstellen können, erheblich.

Verlust

Gewinn

-10,00 % +11,11 %
-20,00 % +25,00 %
-30,00 % +42,86 %
-40,00 % +66,67 %
-50,00 % +100,00 %

Die Tabelle veranschaulicht, welcher Gewinn nötig ist, um einen aufgelaufenen Verlust glattzustellen. Insbesondere die massiven Kursschwanken der vergangenen fünfzehn Jahre haben diesen Weg mitunter lang und steinig werden lassen.

Es ist heute also mehr denn je daher eine Anlegerschaft gefragt, die sich aktiver mit Wertpapieren auseinandersetzt. Nur auf diese Weise kann Verlusten frühzeitig entgegengewirkt werden und sich so ein attraktives Renditeniveau einstellen. Privatanleger die auf den Trend des passiven Investierens setzen, müssen demgegenüber eine hohe Risikobereitschaft kombiniert mit langem Durchhaltevermögen mitbringen.

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