Vermögenswirksame Leistungen: Aktuelle Tipps

Aktuell, Geldanlagen

Haben Sie bereits mit Ihrem Arbeitgeber über Vermögenswirksame Leistungen gesprochen? Wenn nicht, sollten Sie das schnellstmöglich nachholen. Andernfalls könnten Sie bares Geld verschenken. Doch was sind Vermögenswirksame Leistungen und wie lege ich sie richtig an?

Ein Geschenk von Ihrem Arbeitgeber

Der Blick in den Arbeits- oder Tarifvertrag fördert mitunter Überraschungen zu Tage. Eine positive Überraschung könnten sogenannte Vermögenswirksame Leistungen sein. Sie stellen eine Art Geschenk von Ihrem Arbeitgeber dar – bis zu 480,- EUR pro Jahr sind, neben attraktiven staatlichen Förderungen, drin.

Wenn Sie sich nicht erst durch Verträge arbeiten wollen, sollten alternativ die Personalabteilung oder Ihre Kollegen befragt werden. Die Recherche lohnt sich auch für Auszubildende, die auf diesem Weg bequem ein paar Euro zur Seite legen können. Stimmt das Einkommen, können Sie zusätzlich von staatlichen Förderungen profitieren. Bis zu 20 % beträgt die Arbeitnehmersparzulage.

So förder Sie der Staat
Produkt
maximales Brutto-Einkommen
(Ledige)
maximales Brutto-Einkommen
(Ehepaare)
maximaler Betrag
(pro Person)
Förderung
Sparplan
keine staatliche Förderung
Bausparvertrag
17.900,- EUR
35.800,- EUR
39,17 EUR / Monat
9 %
Baufinanzierung
17.900,- EUR
35.800,- EUR
39,17 EUR / Monat
9 %
Fondssparplan
20.000,- EUR
40.000,- EUR
33,33 EUR / Monat
20 %

Um die staatlichen Förderungen zu erhalten, müssen die Vermögenswirksamen Leistungen allerdings für sieben Jahre im Vertrag bleiben. Kündigen Sie Bausparvertrag und Co. bereits vor Ablauf dieser sieben Jahre, geht die staatliche Förderung verloren. Entspannter können Sie es angehen lassen, wenn Sie oberhalb des maximalen Brutto-Einkommens verdienen. In diesem Fall erhalten Sie keine staatliche Förderung und müssen sich auch nicht an Fristen halten.

Das richtige Produkt ist entscheidend

Sie sollten sich gut überlegen, welches Produkt Sie abschließen. Die Frage nach dem richtigen Produkt wird von Banken meist mit einem Bausparvertrag oder Fondssparplan beantwortet. Grund sind hohe Provisionen, die für Sie jedoch hohe Kosten bedeuten.

Ein ganz einfacher Sparplan
Sollten Sie einkommensbedingt keine Förderung erhalten, empfiehlt sich im Regelfall ein ganz einfacher Sparplan. Vergleichbar mit dem guten alten Sparbuch bzw. einem Tagesgeld, müssen Sie keine Risiken fürchten. Auf der anderen Seite sollten Sie jedoch keine größeren Erwartungen in Sachen Zinsen stellen. Die großen Vorteile offenbaren sich mit Blick auf Kosten und Flexibilität. Als Geheimtipp gelten derzeit die Angebote von ING Diba und der Degussa Bank (Stand: 02/2016).

Der altbekannte Bausparvertrag
Zu den bekanntesten Vertretern für Vermögenswirksame Leistungen zählt der Bausparvertrag. Bausparkassen leiden derzeit jedoch unter einem herben Imageverlust. Sie kündigten zuletzt zehntausende gutverzinste Bausparverträge. Zusätzlich wiegen die niedrigen Zinsen kaum mehr die hohen Abschlusskosten auf. Den Abschluss eines Bausparvertrags sollten Sie sich daher gut überlegen. Erhalten Sie keine staatliche Förderung, sollten Sie mit einem Sparplan vergleichen, wo das meiste Geld zu holen ist. Besonders spannend kann es werden, wenn Sie außerdem Anspruch auf Wohnungsbauprämie haben. Diese winkt, wenn Sie ledig mit maximal 25.600,- EUR oder verheiratet mit 51.200,- EUR Brutto-Einkommen sind. Die Wohnungsbauprämie bedeutet für Sie weitere 8,8 % auf maximal 540,- EUR jährlich pro Person. Beim Abschluss sollten Sie an Folgendes denken: Bausparvertrag ist nicht gleich Bausparvertrag. Ein Vergleich zwischen mehreren Angeboten drängt sich förmlich auf. Behalten Sie außerdem im Hinterkopf, dass mit der abgeschlossenen Bausparsumme auch die Abschlusskosten steigen. Für Vermögenswirksame Leistungen und um sich den Anspruch auf die Wohnungsbauprämie zu sichern, sollten Sie maximal 10.000,- EUR abschließen, je kleiner desto besser.

Ab in die laufende Baufinanzierung
Abhängig von der Bank, bei der Ihre Baufinanzierung läuft, können Sie Ihre Vermögenswirksamen Leistungen auch als zusätzliche Tilgung verwenden. Auf diesem Weg sind Sie Ihre Baufinanzierung früher los und sparen so Zinsen. Um diese Möglichkeit auszuloten, sollten Sie die Verträge Ihrer Baufinanzierung prüfen oder Ihre Bank ansprechen. Stellt sich Ihre Bank quer, sollten Sie jedoch nicht verzagen. Sparen Sie dann Ihre Vermögenswirksamen Leistungen mit Hilfe eines Sparplans an und nutzen Sie regelmäßig die Sondertilgung Ihrer Baufinanzierung.

Mit einem Fondssparplan an die Börse
Die höchste Förderung verspricht Ihnen ein Fondssparplan. Im Gegenzug müssen Sie jedoch auch die höchsten Risiken tragen. Am Schluss entscheidet die Entwicklung Ihrer Fonds, ob Sie zu den Gewinnern oder Verlierern zählen. Betrachten sollten Sie diese Variante tendenziell als Spekulation. Denn um sich den Anspruch auf die staatliche Förderung zu sichern, müssen Sie sechs Jahre durchhalten, monatlich investieren und sich für einen Fonds entscheiden. Erfahrene Anleger wissen, dass dies nicht immer sinnvoll ist. Vorsicht sollten Sie auch beim Abschluss walten lassen. Nicht immer sind es die Risiken der Fonds, die Sie zum Verlierer machen – teure Depots und Abschlusskosten, sogenannte Ausgabeaufschläge, haben ebenfalls das Zeug dazu.

Passen Sie auf, dass Sie auf der Suche nach dem richtigen Produkt nicht zum Opfer von Zahlenspielen werden. Um es sich einfach zu machen, sollten Sie folgenden Rat befolgen:

Lassen Sie sich nicht von vollmundigen Versprechen blenden. Im Zusammenhang mit Bausparverträgen und Fondssparplänen wird nur zu gern mit astronomischen Summen gearbeitet. Sie sollten daher gezielt nachfragen, was Ihnen am Ende der Laufzeit garantiert ist. Auf diese Weise haben Sie einen Maßstab, mit dem Sie vergleichen können.

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