Versicherungen als Geldanlage? Finger weg!

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Wohin mit dem lieben Geld? Diese Frage stellen sich weiterhin zahllose Anleger. Banken, Versicherungen und auch Finanzvertriebe haben schnell eine Lösung parat. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich derzeit Versicherungen. Doch die angepriesenen Zinsen haben mehr als nur einen Haken! Ich erkläre Ihnen, warum Sie von Versicherungen als Geldanlage besser die Finger lassen sollten.

Versicherungen als Geldanlage? Finger weg!

Geldanlage? Immer öfter heißt die Antwort Versicherung.

Niedrige Zinsen, wohin man blickt. Doch die Berater haben eine altbewährte Geheimwaffe in der Hinterhand. Mit Versicherungen möchte man den niedrigen Zinsen trotzen. Sie garantieren 1,25 % im Minimum und werben offensiv mit mehr als dem Doppelten. Wer seine Ersparnisse zwölf Jahre entbehren kann, genießt zusätzlich steuerliche Vorteile. Zu gut, um wahr zu sein? In der Tat!

Jochen S. blickt auf über dreißig Jahre im öffentlichen Dienst zurück. Die Jahre bis zum Rentenbeginn sind überschaubar. Durch glückliche Umstände und eisernes Sparen haben sich ein paar Rücklagen angehäuft. „Meine Ersparnisse sind hart erarbeitet und nun mache ich mir ernsthafte Sorgen“, so der Hannoveraner. Nach einem Gespräch mit der Hausbank scheint schnell festzustehen, eine Versicherung ist das Maß der Dinge. Geworben wurde mit sagenhaften Zinsen von mehr als 3 %.

Anlagebetrag: 30.000,- EUR
Laufzeit: 12 Jahre
Garantierte Kapitalauszahlung: 33.279,- EUR
Prognostizierte Kapitalauszahlung: 43.197,- EUR

Erst zu Hause stolperte Jochen S. über die garantierte Kapitalauszahlung. Bis dahin schwebte die Summe von 43.197,- EUR im Raum. „Der Berater ließ mich in dem Glauben, ich würde diese Summe in zwölf Jahren ausbezahlt bekommen.“

Die prognostizierte Kapitalauszahlung käme einer Rendite von exakt 3,08 % gleich. Doch diese Summe setzt voraus, dass aus einer Prognose am Ende Wirklichkeit wird. Was solche Prognosen wert sind, wissen inzwischen zahlreiche Verbraucher zu berichten. Sie stehen heute vor weit weniger, als die vollmundigen Versprechen von Banken, Versicherungen und Finanzvertrieben erahnen ließen. Auch Jochen S. werden lediglich 33.279,- EUR garantiert, dies entspricht mageren 0,87 % für die zwölfjährige Geldanlage. Alles, was über diesen Wert hinausgeht, steht in den vielzitierten Sternen.

Versicherungen dürfen jedoch legal mit mehr als 3 % werben. Hintergrund ist der Umstand, dass viele Versicherungen noch auf alten Wertpapierbeständen sitzen. Diese versprechen teils lukrative Zinsen, wie sie Verbraucher beispielsweise von alten Bausparverträgen kennen. Doch die Wertpapiere der Versicherungen laufen nicht ewig. Auf der Suche nach neuen und attraktiven Anlagemöglichkeiten sehen sich auch Versicherungen mit niedrigen Zinsen konfrontiert. Das lässt die Prognosen der Berater erneut zu Luftschlössern werden.

Steuervorteile? Meist nur für das Finanzamt.

Auch ködern Versicherungen mit Steuervorteilen. Wer zwölf Jahre durchhält, muss lediglich die Hälfte der erwirtschafteten Zinsen versteuern. Damit verzichten Verbraucher jedoch auf einen ganz anderen Steuervorteil. Addiert man in dieser Zeit den persönlichen Sparerfreibetrag, erhält man einen Steuervorteil in Höhe von 9.612,- EUR.

Denn nur zu gern wird vergessen, dass jeder Verbraucher jährlich 801,- EUR Zinsen steuerfrei vereinnahmen darf. Das Finanzamt profitiert in der Regel erst ab größeren Anlagebeträgen.

Vorzeitiger Ausstieg? Sogar Verluste können die Folge sein.

Ein weiteres Problem, mit dem Versicherungen konfrontiert sind, stellen die Kosten dar. Abschlusskosten können Verbrauchern sogar einen erheblichen Verlust bescheren. Denn wer in den ersten zwei bis vier Jahren aussteigt, bekommt nur selten seinen vollständigen Anlagebetrag zurück.

Sollte innerhalb der zwölfjährigen Laufzeit beispielsweise ein finanzieller Engpass zu überbrücken sein, kann ein solcher Verlust Realität werden.

So hat sich Jochen S. entschieden.

Im ungünstigsten Fall, den zahlreiche Verbraucher von ihren Versicherungen allerdings gewohnt sind, muss sich Jochen S. mit 0,76 % zufrieden geben. Für diese Verzinsung, die ihm nach Steuern übrig bliebe, werden ihm zwölf Jahre Laufzeit abverlangt. Sollten während dieser Zeit die Zinsen steigen, könnte er bei einem vorzeitigen Ausstieg sogar mit einem Verlust konfrontiert sein.

„Es ist zu wenig garantiert, eine zu lange Laufzeit und viel zu hohe Kosten“, kritisiert Jochen S.

Doch wie sieht die Alternative aus? Die Alternative kommt in Form des altbekannten Festgelds daher. Kurze Laufzeiten, eine attraktive Verzinsung und keinerlei Kosten sind schlagende Argumente. Doch unsere Vor-Ort-Banken, zu denen beispielsweise Sparkassen und Volksbanken zählen, haben hier den Anschluss verloren. Sie können oder wollen im Rennen um attraktives Festgeld scheinbar nicht mithalten. Wer auf der Suche nach einer attraktiven Geldanlage ist, kommt an Direktbanken kaum vorbei. Für ein solches Angebot hat sich auch Jochen S. entschieden.

Anlagebetrag: 30.000,- EUR
Laufzeit: 3 Jahre
Garantierter Zins: 1,7 %

Bei derartigen Angeboten winken Jochen S. 36.725,- EUR zu seinem Rentenbeginn. Während der gesamten Laufzeit fielen weder Kosten noch eine abzuführende Steuerlast an. Zum Ende der Laufzeit kann frei darüber entschieden werden, wie mit der Geldanlage weiter umgegangen wird – Verluste jedenfalls sind nicht zu befürchten.

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