VL-Sparpläne: Attraktive Zinsen ohne Kosten und Risiken

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Viele Verbraucher erhalten sogenannte vermögenswirksame Leistungen. Unabhängig davon, ob sie tariflich vereinbart oder ein Geschenk des Arbeitgebers sind, stellt sich die Frage, wo sie am sinnvollsten angelegt sind. Arbeitnehmer sollten insbesondere auf Kosten und Risiken achten. Attraktiv erscheinen mehr und mehr die fast schon in Vergessenheit geratenen VL-Sparpläne.

VL-Sparpläne: Attraktive Zinsen ohne Kosten und Risiken
Arbeitgeber dürfen vielfach bestimmen, wo die vermögenswirksamen Leistungen investiert werden.

Der Arbeitgeber hat die Wahl

Vermögenswirksame Leistungen, kurz VL, sind mitunter tariflich vereinbart, im Regelfall jedoch freiwillige Zahlungen des Arbeitgebers. Gezahlt werden bis zu 40,- EUR monatlich. Wie Arbeiter und Angestellte diesen Betrag anlegen, kann der Arbeitgeber zumeist mitbestimmen.

Zur Auswahl stehen beispielsweise Altersvorsorgeprodukte wie die betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Verbraucher sollten sich bei diesen Vertragsformen jedoch die Frage stellen, ob sich der Abschluss auch langfristig sinnvoll darstellt. Andernfalls drohen hohe Abschluss- und Verwaltungskosten das Ergebnis spürbar zu schmälern. Wer eine solche Altersvorsorge abschließen und diese Kosten in Kauf nehmen möchte, sollte daher unabhängigen Rat einholen. Diesen bieten beispielsweise Verbraucherzentralen. Das Portfolio der VL bietet jedoch bedeutend mehr als Altersvorsorgeprodukte. Wird beispielsweise eine Immobilie finanziert, können die vermögenswirksamen Leistungen auch als Sondertilgung eingesetzt werden.

Verbraucher, die keine Immobilie ihr Eigen nennen, greifen besonders gern auf Bausparverträge und Fondssparpläne zurück. Hier lohnt vor dem Abschluss derartiger Angebote ein Blick hinter die Kulissen. So deckt die derzeit magere Verzinsung von Bausparverträgen vielfach nicht mal mehr die anfallenden Abschlusskosten. Zusätzlich belasten einige Bausparkassen mit jährlichen Kontoführungs- oder Verwaltungsgebühren. In den meisten Fällen entsteht so ein glasklares Verlustgeschäft, von dem Verbraucher gehörigen Abstand nehmen sollten. Liegt hingegen das Einkommen unterhalb von 17.900,- EUR brutto (Ehepaare: 35.800,- EUR brutto), darf der Bausparvertrag dennoch in Betracht gezogen werden. Es winkt dann eine zusätzliche staatliche Förderung von 9 %, die der nicht unerheblichen Kostenbelastung trotzt.

Fondssparpläne verlangen Risikobereitschaft

Verbraucher, die sich sicher zwischen Wertpapieren bewegen oder eine entsprechende Risikobereitschaft mitbringen, dürfen zusätzlich Fondssparpläne in Betracht ziehen. Sie werden staatlich bis zu einem Einkommen von 20.000,- EUR brutto (Ehepaare: 40.000,- EUR brutto) mit 20 % gefördert. Die hohe Förderung sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Verbraucher zwischen Aktien- und Indexfonds den Schwankungen der Börsen ausgesetzt sind. Diese wiegen heute vor dem Hintergrund zahlloser globaler Brandherde vergleichsweise schwer.

Abschluss- und Verwaltungskosten lassen Fondssparpläne für Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe allerdings zu einem attraktiven Abschluss werden. Die damit einhergehenden Argumente, meist in Richtung langfristiger Anlagen und Absicherungen durch monatliche Sparraten, hebeln die tatsächlichen Risiken jedoch nur unzureichend aus. Den Löwenanteil trägt weiterhin der Verbraucher, der sich mit einer derartigen Anlage im Vorfeld entsprechend auseinandersetzen sollte.

Attraktive Zinsen ohne Kosten und Risiken

Als Allroundtalent zeigen sich mehr und mehr die sogenannten VL-Sparpläne. Insbesondere wenn keine Förderungen für Bausparverträge und Fondssparpläne gezahlt werden und eine laufende Baufinanzierung nicht besteht, stellen sie eine äußerst lukrative Option dar.

VL-Sparpläne ähneln Tagesgeld. Daher sollten weder Abschluss- noch Verwaltungskosten anfallen. Zusätzlich gewähren viele Anbieter einen einkommensunabhängigen Bonus.

So gewährt die bekannte ING Diba einen Zins von 1 % (Stand: 08/2016). Das sogenannte VL-Sparen stellt damit insbesondere eine Alternative für Freunde des Bausparvertrags dar. Diese offerieren zwar mitunter bis zu 2,11 %, fallen nach Berücksichtung von Abschluss- und Verwaltungskosten aber spürbar unter die 1 %-Schwelle. Noch attraktivere Konditionen offeriert der VL-Sparplan der Degussa Bank. Neben einer überschaubaren laufenden Verzinsung von 0,05 % zahlt die Degussa Bank zum Laufzeitende einen Bonus. Dieser beläuft sich gegenwärtig auf 14 %, was nach der üblichen Laufzeit von sieben Jahren zu einer attraktiven Gesamtverzinsung von rund 3 % (Stand: 08/2016) führt.

Damit stellen diese Angebote eine ernstzunehmende Alternative neben Bausparverträgen und Fondssparplänen dar.

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