Von finanziellen Analphabeten und hohen Dispo-Zinsen

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In Deutschland darf man es fast als Volkssport bezeichnen. Jeder Fünfte nutzt regelmäßig seinen Dispo und zahlt damit bereitwillig astronomische Zinsen. Nicht selten verlangen Sparkassen und Banken Zinssätze jenseits der 10 %. Während einer historischen Niedrigzinsphase muten diese Größenordnungen besonders skurril an. So verwundert es nicht, dass sich der Verbraucherschutz diesem Umstand annimmt und mit vereinten Kräften für eine Absenkung der Dispo-Zinsen kämpft. Warum hier dennoch wertvolle Energie verschwendet wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

Von finanziellen Analphabeten und hohen Dispo-ZinsenSchulden machen ist schick!

Für das achtundvierzigste Paar Schuhe hält der Dispo her, das Upgrade in die nächsthöhere Fahrzeugklasse finanziert der Auto-Kredit. All das ohne Rechtfertigungen – Rechtfertigungen, die es tatsächlich gab, sie gehörten vor etlichen Jahren zur Kreditaufnahme jedweder Größenordnung.

Es war die Zeit, in der Kreditgespräche noch nicht in Elektronikmärkten oder Möbelhäusern stattgefunden haben, sondern in einer Filiale der Hausbank. Man legte seine finanziellen Verhältnisse offen und äußerte seinen Kreditwunsch. Zu dieser Zeit war es alles andere als selbstverständlich, dass ein Kredit ohne mahnende Worte genehmigt wurde.

Heute zählen Verkäufe in einer Filiale der Hausbank ebenso wie bei Elektronikmärkten und Möbelhäusern, was die mahnenden Worte nahezu verstummen ließ.

Im Ergebnis steigt die Zahl derer, die Schulden ihr Eigen nennen, zusehends – jeder Zehnte hat es bereits geschafft als überschuldet angesehen werden zu dürfen.

Jeder zweite Deutsche ein finanzieller Analphabet.

Wer sich auf den Kampf gegen hohe Dispo-Zinsen konzentriert, ist mit großen Schritten am eigentlichen Kriegsschauplatz vorbeigelaufen. Eine durch die ING Diba in Auftrag gegebene Studio zeigt, wo die eigentliche Problemstellung wartet: Jeder zweite Deutsche ist ein finanzieller Analphabet.

Möchte man einen finanziellen Analphabeten auf seinem gesamten Lebensweg schützen, muss man ihn über jeden einzelnen Fallstrick tragen. Von diesen Fallstricken hält die Finanzwirtschaft bedauerlicherweise – neben den thematisierten Dispo-Zinsen – zahlreiche weitere bereit.

Vielmehr muss dafür gesorgt werden, dass jeder über ein gesundes finanzielles Basiswissen verfügt. Auf diese Weise kann selbstständig dem einen oder anderen Fallstrick ausgewichen werden. Mit anderen Worten: Wem der Wahnsinn des Dispo bewusst ist, nutzt ihn gar nicht erst!

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