Vorfälligkeitsentschädigung jetzt zurückfordern

Aktuell, Baufinanzierung

Der Weg in die eigenen vier Wände ist für viele mit einer Baufinanzierung verbunden. Wer seine Immobilie jedoch vor Ablauf der Baufinanzierung verkauft, wird im Regelfall mit der sogenannten Vorfälligkeitsentschädigung konfrontiert. Sie schlägt nicht selten mit hohen vier- bis fünfstelligen Beträgen zu Buche! Einigen Verbrauchern bietet sich jedoch die Möglichkeit, die Vorfälligkeitsentschädigung zurückzufordern. Doch was Verbrauchern noch nach Jahren einen warmen Geldsegen beschert, könnte vom Gesetzgeber bald gekippt werden.

Vorfälligkeitsentschädigung jetzt zurückfordern

Dann müssen Sie mit einer Vorfälligkeitsentschädigung rechnen

Die meisten Baufinanzierungen sind mit einer Zinsfestschreibung ausgestattet. Sie garantiert dem Verbraucher über einen Zeitraum von beispielsweise fünf, zehn oder sogar mehr Jahren Zinssicherheit. Während der vereinbarten Zinsfestschreibung darf die Bank die Zinsen der Baufinanzierung nicht verändern. Auf diese Weise profitieren Verbraucher insbesondere in Phasen steigender Zinsen.

Auf der anderen Seite bedeutet die Zinsfestschreibung für die Bank Planungssicherheit. Denn im Gegenzug für die Zinssicherheit ist der Verbraucher über den vereinbarten Zeitraum an die Bank gebunden. Nur in Ausnahmefällen muss die Bank einer vorzeitigen Beendigung der Baufinanzierung zustimmen.

Zu den häufigsten Fällen, in denen eine solche Ausnahme vorliegt, gehört der Verkauf der Immobilie. Wird eine Immobilie vor Ablauf der Zinsfestschreibung verkauft und die Baufinanzierung abgelöst, entsteht der Bank ein Schaden. Dieser Schaden entsteht, weil die Bank über einen längeren Zeitraum mit den nun ausbleibenden Zinsen gerechnet hat.

Vorfälligkeitsentschädigung

Baufinanzierung: 200.000,- EUR | 2010 - Zinsfestschreibung: 10 Jahre | Zins: 3,5 % - anfängliche Tilgung: 2 %

Kreditsumme (2010):

200.000,- EUR

monatliche Rate:

917,- EUR

Restschuld (2015):

178.178,- EUR

Vorfälligkeitsentschädigung:

bis zu 26.504,- EUR

So können Sie die Vorfälligkeitsentschädigung zurückfordern

Wer aktuell mit einer Vorfälligkeitsentschädigung konfrontiert ist oder sie bereits vor Jahren zahlen musste, kann sie nun unter bestimmten Umständen zurückfordern. Dreh- und Angelpunkt dieser Option ist die Widerrufsbelehrung der Baufinanzierung.

Weist diese Widerrufsbelehrung Fehler auf, kann die Baufinanzierung vom Verbraucher widerrufen werden. Damit wird die kostspielige vorzeitige Kündigung hinfällig und Banken müssten die nun zu Unrecht veranschlagte Vorfälligkeitsentschädigung erstatten.

Im Fokus stehen insbesondere Baufinanzierungen, die zwischen 2002 und 2010 abgeschlossen wurden. Verbraucher sollten zu ihrer eigenen Absicherung den Rat eines Rechtsanwalts einholen oder sich an die Verbraucherzentrale wenden.

Erfahrungsgemäß ist mit Gegenwehr der Banken zu rechnen. Zahlreiche Urteile von Landgerichten und Oberlandesgerichten bestätigen jedoch die Ansprüche der Verbraucher.

Der Gesetzgeber möchte Banken zukünftig vor Ansprüchen schützen

In den vergangenen Wochen wurde der sogenannte Widerrufs-Joker von Verbrauchern heiß diskutiert. Banken sehen sich mit hohen Ansprüchen konfrontiert und das Bundesjustizministerium hat eine rechtliche Reaktion in Aussicht gestellt.

Dies könnte konkret bedeuten, dass Verbraucher ab einem bestimmten Stichtag auf ihrem Schaden sitzenbleiben. Betroffene sollten ihre konkreten Ansprüche daher zeitnah prüfen und gegebenenfalls geltend machen.

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