Holzinvestment: Geldanlage mit grünem Daumen

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Auf der Suche nach der „etwas anderen Geldanlage“ sind vielleicht auch Sie bereits auf das Holzinvestment gestoßen. Es ist für jeden etwas dabei, Nachhaltigkeit durch Wald, Holz für den rücksichtsvollen Anleger und attraktive Renditen appellieren an den kühlen Rechner. Doch es ist Vorsicht geboten, hinter der schönen Kulisse sprießen meist erhebliche Risiken.

Holzinvestment: Geldanlage mit grünem Daumen

Wie realistisch sind die vollmundigen Versprechen?

Sie interessieren sich für ein Holzinvestment? Dann kennen Sie vermutlich die vollmundigen Versprechen der Anbieter. Viele werben mit der krisensicheren Anlage, schließlich wachsen Bäume unabhängig von den meisten Schreckensszenarien. Auch zweistellige Renditeversprechen sind keine Seltenheit. Von selbst versteht sich, dass all dies ökologisch und nachhaltig stattfindet. Einige Anbieter sind sich ihrer Sache so sicher, dass sie sogar Garantien geben.

Zu schön um wahr zu sein? Werden Sie grundsätzlich vorsichtig, wenn die Renditen in schwindelerregende Höhen schnellen und die Sicherheit auf das Niveau eines Sparbuches klettert.

Denn ob Sie sich über die in Aussicht gestellte Rendite wirklich freuen können, hängt nicht allein am Wachstum von Bäumen. Ihre Rendite fällt am Ende der Laufzeit nicht von den Bäumen, sondern hängt an Angebot und Nachfrage. Hier entscheidet sich im Regelfall, ob sich das Holzinvestment gelohnt hat oder nicht. Sollte sich beispielsweise eine negative Entwicklung bei Teak, Mahagoni und Co. abzeichnen, ist ein Kurswechsel schwer bis unmöglich. Einmal gepflanzt, steht im Regelfall das Endprodukt fest, das Endergebnis hingegen nicht. Zudem stellt sich die Frage, was von Ihren Renditen am Ende übrig bleibt. Hier spielen nicht nur der Verkaufspreis, sondern zusätzlich die Kosten für Management und Bewirtschaftung eine gewichtige Rolle. Diese Kosten zu ermitteln, stellt für viele bereits eine gewisse Herausforderung dar, sie dann jedoch zu bewerten, mündet nicht selten in eine Überforderung.

Bewusst werden müssen Sie sich auch, dass Sie meist nicht ausschließlich mit einem Rohstoff spekulieren. Befindet sich Ihr Holzinvestment außerhalb der Eurozone, kommt vielfach die Spekulation mit Währungen hinzu. Zu Zeiten massiver Eingriffe von Noten- und Zentralbanken, kann dies bereits nach wenigen Jahren zu einem entscheidenden Faktor werden.

Was von den mitunter gegebenen Garantien zu halten ist, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. Der Wert dieser Garantien hängt massiv davon ab, wie Sie sich beteiligen. Zwischen Anleihe, Zertifikat, Genussschein oder gar einer geschlossenen Beteiligung liegen Welten. An diesem Faktor hängt ein weiterer wesentlicher Faktor, nämlich wie hoch die von Ihnen getragenen Risiken ausfallen. Diese können bis hin zum Totalverlust reichen, mitunter sogar darüber hinaus gehen.

Ein Holzinvestment verlangt Ihnen somit eine Menge ab. Sie müssen nicht nur die eingegangenen Risiken abwägen, sondern gleichermaßen das Angebot vom Anbieter bis zur Entwicklung des Rohstoffmarkts bewerten. Möchten Sie sich zusätzlich ein Bild von Ihrem Holzinvestment machen, müssen Sie nicht selten eine Reise ans andere Ende der Welt auf sich nehmen.

Frühzeitig umorientieren sollten Sie sich bereits, wenn Informationen nur oberflächlich oder sogar zögerlich herausgegeben werden. Seriöse Anbieter sollten es Ihnen so leicht wie möglich machen.

Vielfach weniger ökologisch als gedacht!

Sollte Ihr Holzinvestment dennoch schief gelaufen sein, bleibt zumindest das gute und grüne Gewissen. Doch auch hier kann eine herbe Enttäuschung drohen. Möchte sich ein Anbieter seinen grünen Daumen zusätzlich vergolden, tritt der ökologische Aspekt schnell in den Hintergrund. Anfällige Monokulturen und wenig nachhaltige Aufforstungen sind Spiegelbilder von Renditeoptimierung.

Naturschutzorganisationen wie OroVerde und Global Nature Fund kamen so zu dem Ergebnis, dass der Großteil der Holzinvestments nur wenig mit Ökologie und Nachhaltigkeit zu tun hat. Als Anleger sollten Sie daher Ausschau nach dem FSC-Siegel halten.

Doch auch das FSC-Siegel ist keineswegs als Garant für ein attraktives Angebot zu sehen. Wenn Sie nicht nur ökologisch und nachhaltig, sondern mit attraktiven Renditen anlegen wollen, kommen Sie um eine gewisse Vorarbeit nicht umehr.

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