Weltspartag: Bleiben Sie zu Hause!

Aktuell, Geldanlagen

Der Weltspartag feiert runden Geburtstag: Vor 90 Jahren rief man in Deutschland erstmalig zum kollektiven Sparen auf. Stand zu Beginn noch der Spargedanke im Vordergrund, fragen sich heute zahlreiche Verbraucher, ob sich dies zu Zeiten von Niedrigzinsen überhaupt noch lohnt.

Weltspartag: Bleiben Sie zu Hause!

Vom Spargedanken zur Vertriebsstrategie

Pädagogische Aspekte und Finanzerziehung, auf diese gewaltigen Worte baute die Idee des Weltspartags auf. Was als weltweites Projekt begann, ist heute jedoch in vielen Ländern bereits wieder verschwunden. In Deutschland halten insbesondere Sparkassen und Volksbanken an der Tradition fest. Aus guten Gründen, schenkt man Experten und Verbraucherschützern Glauben.

Beobachter erkennen heute zwischen rasselnden Spardosen und Stofftieren eine gut kalkulierte Vertriebsstrategie. Der eigentliche Gedanke hinter dem Weltspartag tritt damit von Jahr zu Jahr mehr in den Hintergrund.

Verkaufspsychologen entlarven immer wieder die beliebten Tricks rund um den Weltspartag:

Das Geschenk: Es ist das Glas Wasser, die Tasse Kaffee oder ein Stofftier. Alles hat eines gemeinsam: Es weckt ein Schuldgefühl in uns. Es ist wissenschaftlich erwiesen worden, dass es uns bedeutend schwerer fällt, Nein zu sagen, wenn wir mit einem Getränk oder gar einem Geschenk ausgestattet wurden. Dessen sind sich auch Sparkassen und Banken bewusst.

Das Weltspartagsangebot: Dem einen oder anderen ist es bereits aufgefallen. Pünktlich zum Weltspartag werden attraktiver verzinste Geldanlagen offeriert. Doch die Zeit ist knapp, wer sich nicht umgehend entscheidet, geht leer aus. Diese Weltspartagsangebote haben aber einen Haken! Nicht selten werden die attraktiven Zinsen nur für Beträge zwischen 500,- und 2.500,- EUR geboten. Was folgt, sind Standardangebote für das restliche Guthaben – und wo Mama, Papa oder Großeltern schon mal am Tisch sitzen, werden sogleich Zusatzgeschäfte angebahnt.

Weltspartagsangebote vielfach nur zweit- bis drittklassig

Wirft man einen zweiten Blick auf die massiv beworbenen Weltspartagsangebote, macht sich meist Enttäuschung breit. Die zeitlich begrenzten Sparverträge und Geldanlagen bieten zwar mehr als die Produkte „von der Stange“ – im Vergleich mit Direktbanken können sie jedoch nur in seltenen Fällen bestehen.

Verbraucher sollten sich daher, auch im Falle zeitlich begrenzter Angebote, vor Abschluss informieren.

Einen Anhaltspunkt hierfür bieten beispielsweise:

zum Tagesgeld-Vergleich
zum Festgeld-Vergleich

Wie sicher sind Direktbanken? Eine Antwort darauf finden Sie in diesem Artikel:

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Fazit: Bleiben Sie zu Hause!

Der Weltspartag zeigt heute ein ganz anderes Gesicht. War er früher dazu ins Leben gerufen worden, ein Verständnis für Geld und die Wichtigkeit des Sparens zu wecken, ist der Weltspartag heute Teil einer Vertriebsmaschinerie.

Deshalb plädiere ich dafür: Bleiben Sie zu Hause!

Vermitteln Sie Ihren Kindern oder Ihren Enkeln den Gedanken, der den ursprünglichen Weltspartag ins Leben rief. Vermitteln Sie ihnen, was aus einem regelmäßig zur Seite gelegten Euro werden kann und welche Bedeutung Zinsen und Zinseszinsen haben.

Insbesondere sollten Sie ihnen jedoch vermitteln, dass ein Stofftier nicht der adäquater Ersatz für attraktive Sparverträge und Geldanlagen ist.

Übernehmen Sie diese Aufgabe und ich garantiere Ihnen, dass Ihre Kinder oder Enkel in dieser Zeit das lernen, was der Weltspartag heute nicht mehr vermittelt.

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