Wertpapiere: 3 gefährliche Anlagemythen

Aktien, Aktuell, Anleihen, Fonds, Geldanlagen

Erneut sind Wertpapiere in aller Munde. Selbst konservative und zurückhaltende Anleger folgen mehr und mehr dem Ruf von Aktien, Fonds und ETF. Dabei berufen sich viele Anleger jedoch auf gefährliche Anlagemythen. Zwischen Theorie und Praxis lauert teils erhebliches Verlustpotenzial.

Wertpapiere: 3 gefährliche Anlagemythen
Hartnäckige Anlagemythen verursachen immer wieder große Verluste. Mit den drei gängigsten räumen wir nun auf.

Langfristige Anlagen werden zwingend zu Gewinnern

Diese These wäre ein Argument gegen Festgeld. Zumindest Laufzeiten oberhalb von drei bis fünf Jahren würden faktisch nicht mehr gebraucht werden. Tatsächlich gibt es diese Anlageoption jedoch weiterhin. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Wertpapiere jedweder Art erzeugen ihre Gewinne nicht allein aus Laufzeit.

Hinter jedem Wertpapier steht ein Unternehmen, ein Staat, eine Region oder irgendetwas anderes. Im Regelfall existiert alles, was hinter einem Wertpapier steht, auch in irgendeiner Weise real.

Was vermuten Sie, was mit dem Aktienkurs eines Unternehmens passiert, das Stück für Stück in Richtung Konkurs schlittert? Richtig, der Aktienkurs wird vermutlich mit der Entwicklung des Unternehmens Schritt halten. An dieser Tatsache wird auch eine langfristige Anlage nichts ändern. Vielmehr lässt die langfristige Anlage die Wahrscheinlichkeit steigen, die Anteile am Unternehmen zu einem noch schlechteren Kurs zu veräußern. Daher sind langfristige Anlagen nur dann bedingungslos gut, wenn Sie in gute Aktien, Fonds, ETF oder andere Wertpapiere investieren.

Je breiter gestreut, desto sicherer

Eine breit gestreute Anlagestrategie bietet Ihnen nicht zwingend auch ein höheres Maß an Sicherheit.

In Deutschland konnten Sie in den vergangenen 10 Jahren eine einträgliche Rendite erzielen, wenn Sie auf einzelne Aktien oder ETF setzten. Problem ist, dass eine Anlage in Deutschland alles andere als breit gestreut ist. Um sein Gewissen dahingehend zu beruhigen, hätten Sie alternativ jedoch auf Europa setzen können. Nun wären Sie breiter gestreut, jedoch mit einem Verlust gesegnet worden. Führt man sich vor Augen, dass zu Deutschland nun Griechenland, Zypern, Italien, Spanien und Portugal ins Depot einziehen, wird der Fehler schnell offensichtlich.

Aus diesem Grund sollten Sie nicht blind streuen. Vielmehr sollten Sie sich auf mehrere gut ausgesuchte und ebenso gut bewertete Anlagen verteilen. Streuung gilt es also bewusst vorzunehmen.

Monatliche Sparpläne investieren immer optimal

Stellen Sie sich kurz vor, was bei einem Sparplan tatsächlich passiert. Sie investieren Monat für Monat, das angesparte Kapital wird größer und größer. Behalten Sie diese Tatsache im Hinterkopf, während Sie den Werbeversprechen von Banken, Versicherungen und Finanzvertrieben lauschen, fällt schnell der entscheidende Fehler im System auf.

Verkauft werden monatliche Investments in zumeist Fonds oder ETF nämlich mit dem Argument, immer optimal zu investieren. Während hoher Kursniveaus werden wenig Anteile erworben, zu Zeiten niedriger Kurse hingegen viele Anteile.

In Vergessenheit gerät dabei schnell, dass während hoher Kursstände möglichst auf Käufe verzichtet werden sollte. Es ist nämlich erst ein noch höherer, teils verrückterer, Kurs nötig, um nun einen Gewinn zu erzeugen. Die Regel sollte daher lauten: Finger weg von teuren Wertpapieren. Gleichzeitig entwickelt sich jedoch etwas viel Dramatischeres. Über etliche Jahre baut sich nämlich ein kleines Vermögen auf. Wurden auf diese Weise 10.000,- EUR angespart, partizipiert diese Summe direkt an Kursverlusten, während vielleicht lediglich 100,- EUR nun von günstigeren Einkaufskursen profitieren. Auch hier kann kurzum gesagt werden: Niedrige Kurse sind für Einzahlungen lukrativ, allerdings für bestehende Wertpapiere pures Gift. Vor diesem Hintergrund ist es nicht ratsam, langfristig auf den Cost-Average-Effekt oder auch Durchschnittskurseffekt zu setzen.

Schreiben Sie einen Kommentar